Die französische Hochküche ist weltweit berühmt und überaus hoch angesehen. Als wir während unserer Reise in das französische Département Landes für ein paar Tage halt in Paris machten, öffnete ich die Homepage des Guide Michelin. In einem Sternerestaurant war ich noch nicht gewesen. Ich war neugierig, was die Hauptstadt Frankreichs kulinarisch zu bieten hatte. Es waren über 400 Restaurants gelistet. Neben den Sternerestaurants waren auch die Restaurants der Kategorie Bib-Gourmand in der langen Liste. Unter der Kategorie Bib-Gourmand versteht der Guide Michelin seine Preis-Leistungs-Empfehlungen. Ich suchte nach einem ansprechenden Restaurant in der Nähe des Eiffelturms. Die Kosten waren mir egal. 1,5 Jahre Corona, lange Zeit geschlossene Restaurants, das erste Mal in Paris… Ich wollte meine Zeit genießen und nicht auf den Penny achten. Nach einer langen und anstrengenden Zeit ohne Urlaub, hatte ich mir einen tollen Abend verdient. Ich markierte mir das Restaurant Pottoka bei Google Maps und brach auf, um den Eiffelturm zu besichtigen.
Auf der Suche nach dem Restaurant gingen wir durch wunderschöne Straßen, sahen zahlreiche einladende Restaurants und bekamen tierischen Hunger. Bevor wir in die Straße zum Pottoka einbiegen konnten, fiel uns der überaus ansprechende Platz an dem Beginn der Straße zum Restaurant Pottoka auf. Ein historischer Brunnen (La Fontaine du Gros-Caillou) stand inmitten der beeindruckenden Häuserfronten. Wir hatten jedoch nur Augen für die beiden Restaurants an dem Platz. Der kleine Platz stand voll mit kleinen Tischen. Die Sonne schien. Das Essen auf den Tellern sah super aus. Die Atmosphäre stimmte. Wir sagten uns: Wenn wir keinen Tisch im Pottoka bekommen, essen wir hier. Farah war sowieso mehr für Entrecote mit Pommes anstatt für Haut Cusine. Wir gingen ein paar Meter weiter zum Pottoka, sahen uns die Speisekarte an und entschieden uns spontan doch für ein Restaurant am Platz zuvor. Nicht, weil die Speisekarte uns enttäuscht hätte. Wir wollten an dem schönen Platz sitzen und Farah hoffte auf ihr Entrecote.
Uns wurde vom freundlichen Kellner ein kleiner Tisch zu gewiesen. Die Speisekarte entpuppte eine Enttäuschung: kein Entrecote. Kurze Zeit später wurden die Getränke und Speisen aufgenommen. Ich entschied mich für Zwiebelsuppe und Entenbrust. Farah versuchte ihr Glück und fragte nach einem Steak. Der Kellner reagierte mit einem fragenden: Entrecote? Der Abend war gerettet!
Die Zwiebelsuppe passte zur tollen Atmosphäre. Für Farah war es das erste Mal französische Zwiebelsuppe. Es wird nicht die letzte gewesen sein. Nach der Vorspeise kam zügig der Hauptgang. Zu meiner Entenbrust gesellten sich auf dem Teller ein Risotto und glasierte Möhren. Ich war zufrieden mit meiner Wahl. Dann probierte ich bei Farah. Es sollte das beste Entrecote des Urlaubs werden. Das Steak war auf den Punkt gebraten und von hervorragender Qualität. Das Fett des Steaks schmolz auf der Zunge. Das Steak war zart und saftig. Das Entrecote war einfach perfekt. Irgendwann kommen wir wieder.
